Tierisches Gemecker entspannt


Ein AFP-Artikel in der FAZ zauberte kürzlich ein Lächeln auf die Lippen der Lesenden. Zahlreiche Video-Konfernzen erfordern Konzentration über Stunden. Pausen helfen, duchzuhalten, aber das allein reicht nicht. Das zumindest meinte eine Britische Landwirtin, filmte ihre sieben Ziegen im Stall und bot diese als Auflockerung an.

Eigentlich als witziger Einfall gedacht erwies sich die Idee als Renner. Fünf Minuten mit Nanny und Lulu kosten fünf Pfund. Dabei tun die Ziegen lediglich das, was sie immer tun. Kauen, mit den Ohren wackeln, herumlaufen, neugierig in die Kamera schauen und, ja, meckern.

Nicht in GB, aber ebenfalls zum Entspannen: Ziegen in D.

Ganz eigene Erfahrungen: Podcast als Chance für neue Perspektiven

Nora Hespers ist eine erfolgreiche Podcasterin. 2015 produzierte die Hörfunkspezialistin privat mehrere Podcast. Mit „Die Anachronistin“ und „Was denkst du denn?“ war sie drei Jahre später für den Grimme Online Award nominiert. Inzwischen gibt sie Tipps und Webinare zur Produktion weiter. Auf dem Journalistentag 2021 „plauderte“ sie mit den Berliner Journalisten Frank Joung übers podcasten. In Joungs Produktion halbe Kartoffl kommen Menschen zu Wort, die zwischen zwei Kulturen stehen.

Hier die Tipps zur Podcast-Produktion in Kurzform:

  1. Die Idee zum Podcast gut ausarbeiten. Wer in einem Satz zusammenfassen kann, was das Thema ist, der hat klar, was er eigentlich sagen will. Joung, z.B. legte für sich fest, dass er über Erfahrungen mit seinen Gesprächspartner*innen sprechen will nicht über Meinungen.
  2. Soll der Podcast immer an einem Ort aufgenommen werden oder mobil? Wie lang soll er sein? Wie viele Teilnehmenden soll es geben? Männer, Frauen, divers? Nur eine Gruppe?
  3. Podcaster lösen Dinge im Gespräch. Wie lang sie sind, liegt ganz in der Hand des Producers.
  4. Podcast ist die Chance, etwas ganz eigenes zu machen, auf die ganz eigene Art. Sie eignen sich hervorragend, um komplexe Themen zu behandeln und um Inhalte kontinuierlich zu bearbeiten statt sei „nur“ schlaglichtartig zu beleuchten.
  5. Themen werden von „Insidern“ beleuchtet statt vom journalistischen Blick von außen. Sie bieten neue Perspektiven.
  6. Podcast-Produktionen dienen ganz unterschiedlichen Zwecken. Sie greifen Themen auf, die in anderen Medien nur unzureichend oder einseitig bearbeitet werden. Sie dienen aber auch dem Branding von Marken oder dem Verbreiten politischer Ziele.

#zuhören: Renaissance des Podcast

Er war schon totgesagt: der Podcast. Aber: Einfach mal zuhören hat wieder Fans.

Ein schönes Beispiel ist die unerhört-Kampagne der Diakonie. Sie will wachrütteln und zugleich aufzeigen, dass die Hilfsorganisation zuhört, Lösungen anbietet und eintritt für eine offene und vielfältige Gesellschaft.

Jede Lebensgeschichte hat ein Recht darauf, gehört zu werden – auch wenn sie Widerspruch herausfordert. Zu hören, wie ein Paketbote seinen Alltag schildert, sein Gefühl, das letzte Licht zu sein, auf dem viele rumtrampeln, das erfordert ein dickes Fell. Sich ganz auf die Stimme von „Daniel“ zu konzentrieren, auf die Wut, die mitschwingt, die klaren Worte, die er findet, das ist eindrucksvoll.

Das gilt auch für Mustafa Yilmaz, einen jungen Mann mit türkischen Wurzeln, der sich sorgen macht wegen des Rechtsrucks in vielen Ländern. Er sagt, Heimat ist in beiden Ländern ein Thema und nur darüber, dass man sich begegnet und über Ängste spricht, Verständnis schafft. Dabei sind die Positionen gar nicht so verschieden, wenn ein deutscher Vater oder ein türkischer über die Ängste um ihre Töchter sprechen.

Mir gefällt das Spiel mit der Doppeldeutigkeit von #unerhört. Einerseits schwingt da ein erboster Unterton mit, der verurteilt. Andererseits der Hinweis, dass Menschen nicht gehört werden.

Um den podcast zu hören, muss man sich bei sound cloud registrieren, was nicht so toll ist.

©Diakonie/ Kathrin Harms.

Die Kampagne fußt aber nicht nur auf podcast. Es gibt auch Videos und Texte. Mir gefallen aber die Hörstücke, weil in den Stimmen so unendlich viel mitschwingt. Wirklich wert zuzuhören.

Genussregion OWL virtuell auf der IGW 2021

Außergewöhnliche Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Da Messebesuche vor Ort derzeit nicht angesagt sind, finden diese virtuell statt. Eine ist die Internationale Grüne Woche. Aussteller*innen präsentieren sich auf einer Messe-App. Ein Aussteller ist die Genussregion OWL. Schau doch mal rein in den Kurzclip.

Sydney im Sonnenschein – virtuell

Lust auf einen Ausflug nach Dresden, Magdeburg oder Sydney? Wie wäre es denn virtuell? Bei Sonnenschein mit wunderbaren Aus- und Einblicken?

Zahlreiche Städte in Europa bieten die Möglichkeit, sich 360 Grad Panoramen anzuschauen. Ein paar Klicks und Du besuchst Sydney:

https://tour.governor.nsw.gov.au/

oder Dresden:

https://elbland.dresden360.com/

Ach ja. Dieses Angebot bieten auch Museen, wie z.B. das Deutsche Museum. Fehlt eigentlich nur noch die Geräuschkulisse.

https://virtualtour.deutsches-museum.de/

Fit for Future: DorfFunk-App für jeden

Sie sind 81, 88 und 93 und leben in Lipperreihe (Stadt Oerlinghausen/NRW). Nicht die einzige Gemeinsamkeit. Oh nein. Die Rentner*innen lernten Smartphones zu nutzen. Möglich machen dies sogenannte Digitallotsen. Die vermitteln geduldig, mit einfachen Worten und Handgriffen, was nötig ist, um die DorfFunk-App der Digitalen Dörfer zu nutzen. In Lipperreihe ist das besonders gut gelungen.

Nur was für Senioren? Bewusst nicht! „Es reicht nicht, nur eine Bürgerplattform einzurichen. Es ist wichtig, Netzwerke aufzubauen, Vertrauen durch Beziehungen zu schaffen und kontinuierlich darauf hinzuarbeiten, dass jeder sich mit Inhalten beteiligen kann“, sagt Manuela Outiti, die Koordinatorin der Digitalisierung in Lipperreihe. Die Gesundheitsmanagerin baut besonders auf Synergieeffekte von digitaler Gesundheitskompetenz und übergreifender Beteiligungsformate.

Fit mit dem Smartphone: Margret Vogt.

Zur Kommunalwahl wurde das Format „Statt Wahlkampf besser Wahlfairness“ in Kombination mit der „Fairen Woche“ entwickelt. Erstwähler*innen konnten den Kandidat*innen Fragen stellen und Bürger erstellten „Wahlprüfsteine“. Dabei wurde genrationsübergreifend mit jungen Leuten ein Video produziert, das bald auf der Bürgerplattform online ist. So kann sie aussehen, eine nachhaltige, digitale Medienkompetenz. Übrigens nicht nur in Lipperreihe, sondern 16 Kommunen in den Kreisen Lippe, Minden-Lübbecke und Höxter!

Felix vom Biolandhof Schrampfer Trevianus und Heino Rinne, Autor bei Extertal digital, sind eifrig am Mostpressen. Veranstaltungen wie diese werden auf DorfPages angekündigt und landen automatisch auf der DorfFunk-App.

Faszinierend vielseitig: ein interaktiver Kurztrip durch den Regierungsbezirk Detmold

Fotos sagen mehr als Tausend Worte. Ein interaktives Bild bietet noch mehr Inhalt! Sieh selbst.

Im interaktiven Bild sind hinter den Symbolen Informationen hinterlegt. Wird der Curser auf ein Symbol bewegt, erscheint in Kurzform das hinterlegte Thema. Klickst Du es an, ploppt ein Fenster mit weiteren Inhalten, Fotos, Links und mehr auf. Einfach probieren!

Das Land des Hermann: dynamisch, authentisch, zukunftsorientiert, bodenständig.

„DorfAuto“ – Car-Sharing mal anders


Mobil sein, auch im Alter oder vorübergehend, wenn das Bein gebrochen ist. Teil einer Gemeinschaft zu sein, basisdemokratisch mitzudenken und mitzuhandeln. Die Umwelt durch Nutzung von E-Autos schonen und sich ehrenamtlich zu engagieren, um nicht einzurosten. Die Positiv-Liste vom DorfAuto und e3-Fahrdienst in St. Vit (NRW/ Kreis Gütersloh) ist lang.

Es sind vor allem junge Rentner, die sich ehrenamtlich um die beiden E-Dorf-Autos kümmern, die vor gut 2,5 Jahren angeschafft wurden. Im Herbst letzten Jahres ging zudem der e3-Fahrdienst an den Start. Das Ziel klar: Mobilität für alle im Dorf zu erhalten!

E-Autos plus ehrenamtlichem Engagement plus Vereinsmodel. Dörfer gehen neue Wege.

Die Initiatoren betonen die Vorteile:
– Das Vereinsmodell sorgt dafür, dass sich die FahrerInnen für Sauberkeit und Funktion der DorfAutos verantwortlich fühlen und auch selbst mit anpacken
– Ältere Mitbürger oder kranke junge Menschen können so aktiv bleiben und rüstige Rentner haben eine verantwortungsvolle Aufgabe, die reihum bewältigt wird
– Nutzer sparen die Kosten für einen eigenen PKW

Problematisch hingegen ist, dass sich das Projekt bislang noch nicht selbst trägt trotz der 186 Vereinsmitglieder und der 26 DorfAuto-Verträge. Spenden sorgen für den Fortbestand. Außerdem sind die Standzeiten der PKW noch zu lang, gerade durch Corona sind die Buchungen stark zurückgegangen, da z.B. die Fahrten zum Sport der Kinder weggefallen sind.

Jedes Jahr gibt es um die 10 Anfragen von anderen Kommunen aus dem eigenen Kreis und den benachbarten Kreisen wie das Modell funktioniert. Im vergangenen Jahr hat Lintel Rheda-Wiedenbrück/ Kreis Gütersloh) nachgezogen.

Ursprünglicher Initiator war der Kreis Gütersloh, der sogar aufgrund der Erfahrungen einen praktischen Leitfaden für Nachahmer erarbeitet hat. Regelmäßiger Austausch mit den NutzerInnen sorgt dafür, das nachgebessert wird. So war z.B. die Pause zwischen den Buchungsmöglichkeiten zu lang und wurde verkürzt.

Bekannt gemacht wurde das Projekt ganz traditionell über eine Postkartenaktion. Die Buchung selbst läuft über den Online-Terminplaner Doodle. Der Telefondienst schaut, ob ein Wagen frei ist, gibt die Infos über die Whats-App-Gruppe an die Fahrer weiter, erhält Antwort, wer Zeit hat und gibt dann eine telefonische Bestätigung durch. Ein Verfahren, was viel persönlichen Einsatz erfordert.

Trotz der Probleme durch Corona sind die Organisatoren optimistisch, was die Zukunft des Modells angeht.