Genussregion OWL virtuell auf der IGW 2021

Außergewöhnliche Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Da Messebesuche vor Ort derzeit nicht angesagt sind, finden diese virtuell statt. Eine ist die Internationale Grüne Woche. Aussteller*innen präsentieren sich auf einer Messe-App. Ein Aussteller ist die Genussregion OWL. Schau doch mal rein in den Kurzclip.

Sydney im Sonnenschein – virtuell

Lust auf einen Ausflug nach Dresden, Magdeburg oder Sydney? Wie wäre es denn virtuell? Bei Sonnenschein mit wunderbaren Aus- und Einblicken?

Zahlreiche Städte in Europa bieten die Möglichkeit, sich 360 Grad Panoramen anzuschauen. Ein paar Klicks und Du besuchst Sydney:

https://tour.governor.nsw.gov.au/

oder Dresden:

https://elbland.dresden360.com/

Ach ja. Dieses Angebot bieten auch Museen, wie z.B. das Deutsche Museum. Fehlt eigentlich nur noch die Geräuschkulisse.

https://virtualtour.deutsches-museum.de/

Fit for Future: DorfFunk-App für jeden

Sie sind 81, 88 und 93 und leben in Lipperreihe (Stadt Oerlinghausen/NRW). Nicht die einzige Gemeinsamkeit. Oh nein. Die Rentner*innen lernten Smartphones zu nutzen. Möglich machen dies sogenannte Digitallotsen. Die vermitteln geduldig, mit einfachen Worten und Handgriffen, was nötig ist, um die DorfFunk-App der Digitalen Dörfer zu nutzen. In Lipperreihe ist das besonders gut gelungen.

Nur was für Senioren? Bewusst nicht! „Es reicht nicht, nur eine Bürgerplattform einzurichen. Es ist wichtig, Netzwerke aufzubauen, Vertrauen durch Beziehungen zu schaffen und kontinuierlich darauf hinzuarbeiten, dass jeder sich mit Inhalten beteiligen kann“, sagt Manuela Outiti, die Koordinatorin der Digitalisierung in Lipperreihe. Die Gesundheitsmanagerin baut besonders auf Synergieeffekte von digitaler Gesundheitskompetenz und übergreifender Beteiligungsformate.

Fit mit dem Smartphone: Margret Vogt.

Zur Kommunalwahl wurde das Format „Statt Wahlkampf besser Wahlfairness“ in Kombination mit der „Fairen Woche“ entwickelt. Erstwähler*innen konnten den Kandidat*innen Fragen stellen und Bürger erstellten „Wahlprüfsteine“. Dabei wurde genrationsübergreifend mit jungen Leuten ein Video produziert, das bald auf der Bürgerplattform online ist. So kann sie aussehen, eine nachhaltige, digitale Medienkompetenz. Übrigens nicht nur in Lipperreihe, sondern 16 Kommunen in den Kreisen Lippe, Minden-Lübbecke und Höxter!

Felix vom Biolandhof Schrampfer Trevianus und Heino Rinne, Autor bei Extertal digital, sind eifrig am Mostpressen. Veranstaltungen wie diese werden auf DorfPages angekündigt und landen automatisch auf der DorfFunk-App.

Faszinierend vielseitig: ein interaktiver Kurztrip durch den Regierungsbezirk Detmold

Fotos sagen mehr als Tausend Worte. Ein interaktives Bild bietet noch mehr Inhalt! Sieh selbst.

Im interaktiven Bild sind hinter den Symbolen Informationen hinterlegt. Wird der Curser auf ein Symbol bewegt, erscheint in Kurzform das hinterlegte Thema. Klickst Du es an, ploppt ein Fenster mit weiteren Inhalten, Fotos, Links und mehr auf. Einfach probieren!

Das Land des Hermann: dynamisch, authentisch, zukunftsorientiert, bodenständig.

„DorfAuto“ – Car-Sharing mal anders


Mobil sein, auch im Alter oder vorübergehend, wenn das Bein gebrochen ist. Teil einer Gemeinschaft zu sein, basisdemokratisch mitzudenken und mitzuhandeln. Die Umwelt durch Nutzung von E-Autos schonen und sich ehrenamtlich zu engagieren, um nicht einzurosten. Die Positiv-Liste vom DorfAuto und e3-Fahrdienst in St. Vit (NRW/ Kreis Gütersloh) ist lang.

Es sind vor allem junge Rentner, die sich ehrenamtlich um die beiden E-Dorf-Autos kümmern, die vor gut 2,5 Jahren angeschafft wurden. Im Herbst letzten Jahres ging zudem der e3-Fahrdienst an den Start. Das Ziel klar: Mobilität für alle im Dorf zu erhalten!

E-Autos plus ehrenamtlichem Engagement plus Vereinsmodel. Dörfer gehen neue Wege.

Die Initiatoren betonen die Vorteile:
– Das Vereinsmodell sorgt dafür, dass sich die FahrerInnen für Sauberkeit und Funktion der DorfAutos verantwortlich fühlen und auch selbst mit anpacken
– Ältere Mitbürger oder kranke junge Menschen können so aktiv bleiben und rüstige Rentner haben eine verantwortungsvolle Aufgabe, die reihum bewältigt wird
– Nutzer sparen die Kosten für einen eigenen PKW

Problematisch hingegen ist, dass sich das Projekt bislang noch nicht selbst trägt trotz der 186 Vereinsmitglieder und der 26 DorfAuto-Verträge. Spenden sorgen für den Fortbestand. Außerdem sind die Standzeiten der PKW noch zu lang, gerade durch Corona sind die Buchungen stark zurückgegangen, da z.B. die Fahrten zum Sport der Kinder weggefallen sind.

Jedes Jahr gibt es um die 10 Anfragen von anderen Kommunen aus dem eigenen Kreis und den benachbarten Kreisen wie das Modell funktioniert. Im vergangenen Jahr hat Lintel Rheda-Wiedenbrück/ Kreis Gütersloh) nachgezogen.

Ursprünglicher Initiator war der Kreis Gütersloh, der sogar aufgrund der Erfahrungen einen praktischen Leitfaden für Nachahmer erarbeitet hat. Regelmäßiger Austausch mit den NutzerInnen sorgt dafür, das nachgebessert wird. So war z.B. die Pause zwischen den Buchungsmöglichkeiten zu lang und wurde verkürzt.

Bekannt gemacht wurde das Projekt ganz traditionell über eine Postkartenaktion. Die Buchung selbst läuft über den Online-Terminplaner Doodle. Der Telefondienst schaut, ob ein Wagen frei ist, gibt die Infos über die Whats-App-Gruppe an die Fahrer weiter, erhält Antwort, wer Zeit hat und gibt dann eine telefonische Bestätigung durch. Ein Verfahren, was viel persönlichen Einsatz erfordert.

Trotz der Probleme durch Corona sind die Organisatoren optimistisch, was die Zukunft des Modells angeht.

Gesucht: überzeugender Name. Im Angebot: Blooging? Scollytelling? Longform? Multimedia-Reportage

Kurz ist in. Klar, einfach, verständlich auch. Nur, dass die Realität da manchmal nicht mitspielt. Gesucht: ein überzeugender Name für die Leistung. Im Angebot: Blooging (für Blog in lang), Longform-Journalismus, von Web-Reportagen, Multimedia-Storytelling und Scollytelling die Rede. Durchgesetzt hat sich bislang meines Wissens kein Begriff. Dabei ist diese spannende Erzählform im Internet wirklich vielseitig nutzbar.

Das reportageartige Internetprodukt unterscheidet sich klar von einer Webside, denn es fehlen Banner, Sidebar oder Navigatonselemente. Im Fokus steht die Story, die anhand verschiedener Medienformen – Video, Fotos, Audio, Links oder Grafiken – erzählt wird und auf die sich der Lesende ganz konzentrieren kann.

Der Vorteil: ein Thema kann so userfreundlich zeitgemäß präsentiert werden. Beispiele gefällig? Bitte sehr: Die New York Times hat als erstes gezeigt, was in der Online-Berichterstattung möglich ist. Das Gesamtkunstwerk besteht aus der Verbindung von Text, Fotos, Videos, Grafiken und einem sehenswertem Design. Der Titel: Snow Fall: The Avalanche at Tunnel Creek

Die Kieler Nachrichten informierten in einer Longform-Reportage über Landwirte in Schleswig-Holstein, die neue Wege gehen.

Und hier unser Threetop Info-Blog über die selbstbewussten Schüler*innen der Beruflichen Gymnasien in Emden, die sich gegen Vorurteile wehren. Sie sagen: „Wir machen kein Abi light!“

Navis durch die tägliche Informationsflut

tl;dr – too long, didn´t read, lautete das Motto der re:publica im vergangenen Jahr. Es war ein Votum für Tiefe und Inhalt in einer schnelllebigen Zeit. Wer mehr möchte, mehr Tiefe, mehr Reflektion, mehr Vielfalt, mehr Diskussion und Auseinandersetzung, dem sei ein etwas anderer Journalismus empfohlen. Hier 3 Beispiele:

Information to go.

Das Team von Perspective Daily ist der Überzeugung, Online-Medien sollten mehr tun, als Skandale aufzudecken und mit minütlichen Updates um Aufmerksamkeit zu buhlen. Ihr engagiertes Ziel ist es, neben Problemen auch Visionen und Lösungen zu diskutieren. Sie glauben, dass positiv gestimmte Menschen mehr erreichen können. Start war nach einer Crowdfunding-Kampagne Anfang 2016. Ich selbst habe ganz klar einen Lieblingsautor dort. Der berichtet fundiert, verständlich und engagiert über digitale Medien.

Ganz neu gestartet ist Buzzard, die News-App für Perspektiven-Vielfalt. Ihr Ziel ist es, Leser*innen zu helfen, den Überblick zu behalten und die Motive von Andersdenkenden zu verstehen.

In einer Zeit, in der Menschen oft in ihren Denkmustern verharren und Verschwörungstheorien soziale Netzwerke überfluten, ist es wichtig den Überblick zu behalten – und verschiedenste Perspektiven kritisch prüfen und einordnen zu können. Das Team von Buzzard will Medienstimmen des ganzen Meinungsspektrums in einer App bündeln und diese journalistisch einordnen. Das setzt eine enorme, akribische Vorarbeit voraus. Ich bin gespannt, ob sie die Versprechen einlösen können.

Blendle aus den Niederlanden ging 2014 als eine Art digitaler Zeitungskiosk an den Start. Nutzer kaufen aus einer großen Auswahl verschiedener Medien die Artikel einzeln. Der Vorteil lag für mich darin, dass entsprechend meiner präferierten Themen auch Artikel von Medien vorgeschlagen wurden, auf die ich sonst nicht gekommen wäre.

Vor zwei Jahren startete Blendle seinen Premium-Service. Dort werden den Lesern ausgewählte Artikelvorschläge und der Zugang zu Zeitschriften für 10 Euro pro Monat geboten. Für mich ist das neue Modell nix, denn der Vorteil der „Trüffel“ fällt weg.

Die Änderungen betreffen vorerst nur die niederländische Version des Angebots, wie Blendle auf Nachfrage bestätigte. Ob und wie sich der strategische Wechsel auf den deutschen oder andere Ableger auswirkt, ist bislang unklar.

Virtual Reality: faszinierend ehrlich

Skizzen wie bei einem Comic. Ich selbst mittendrin – durch die VR-Brille. Kopf nach rechts, Kopf nach links. Breitscheidplatz Berlin. Zuerst wie ein Kinderfilm. Gemalte Realität eben. Dann die Stimme einer jungen Frau. Irgendeine Freundin ist gestorben. Ihre Stimme verrät ihre Verzweiflung. Dann die Geräusche. Sirenen, Schreie, Weinen.

Die professionelle Reaktion eines Ersthelfers, der zufällig vor Ort war und im Nachhinein zuerst sehr cool und nüchtern berichtet, was er getan hat. Und dann später ändert sich sein Ton. Er berichtet viel emotionaler, was es heißt, als Mensch bei so einer Tat dabei gewesen zu sein.

Während er erzählt, wie er einer schwer verletzten Frau erste Hilfe leistet, sieht er – und ich – wie goldfarbene Rettungsdecke langsam über einen Körper sinkt, wie viele Decken langsam fallen. Das muss man erlebt haben, um zu verstehen, was VR kann!

https://www1.wdr.de/fernsehen/hier-und-heute-reportage/projekte/vr-berlin-der-anschlag-106.html

Virtual Reality: faszinierend neu

Längst haben Virtual Reality Brillen das Image einer Spielerei abgelegt. Aber manchmal ist genau das ihre Stärke: Mit Inhalten spielerisch umzugehen. Hier das „virtual Bauhaus“, ein Projekt, das 2019 auf der re:publica vorgestellt wurde.

Ich fand das total super, virtuell selbst Skulpturen aus- und wieder zusammenzusetzen und auch mal ein paar Gegenstände in der Luft schweben zu lassen. Das hatte einen großartigen Effekt und machte einfach Spaß! Eine tolle Art, Informationen zu vermitteln.

Create a sculpture – virtual. Yes!

vimeo.com

Und wer sich noch Inhalt wünscht: Bittesehr. So fortschrittlich das Bauhaus auch war, es war auch in seiner Zeit verhaftet. Das hieß für Frauen, das sie nicht frei entscheiden durften, in welchen Bereich sie gehen wollten. Wieder Richtung nähen und so. Doch die Bauhäuslerinnen waren clever. Sie arbeiteten mit Stoff – wie vorgeschrieben, entwickelten aber innovativ Ideen für Möbel.

Storytelling á la Threetop

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Aber: es erzählt vielleicht nicht die ganze Geschichte. Videos unterhalten und informieren. Der Nachteil: Informationen rauschen schnell vorbei. Texte informieren und unterhalten. Leser*innen haben nur wenig Zeit. Das bedeutet, Mut zur Lücke oder die Möglichkeit, sich woanders tiefer mit Inhalten befassen zu können.
=> Ein Threetop Info-Blog kombiniert Medien und gleicht die Schwächen jedes einzelnen aus.
Mach Dir selbst ein Bild:

Das Bild zeigt einen jungen Mann, der fasziniert mit roten Tüchern spielt.

Das Mehr an Informationen, die Videos im Threetop Info-Blog von SCHAKI, den Schlaganfallkindern, erzählen:

  1. der junge Mann hat als Kind einen Schlaganfall erlitten und ist damit einer von 300 bis 400 Betroffenen jährlich(!).
  2. Familien sind völlig überfordert. Alle Beteiligte müssen sich oft ein Leben lang enormen Herausforderungen stellen.
  3. Spezialisten wie Ergotherapeuten, Steuerberater, Pflegeberatungsstellen und Bewegungstherapeuten gibt es, auch gerade für diese Fälle. Aber: es ist mühsam und anspruchsvoll, diese zu finden.

Warum kein Imagefilm?
Gut. Stellen wir uns vor, wir schneiden alle Videos zum Threetop Info-Blog von
SCHAKI (www.schlaganfall-kinder.de) gekonnt zusammen und arbeiten auch mit emotionaler Musik. Kann funktionieren. Bis zu dem Punkt, an dem Stefan Behler, der Steuerberater aus Paderborn, z.B. über den Behindertenpauschbetrag spricht, der geltend gemacht werden kann. Die Informationen rauschen in Sekundenschnelle vorbei.

Im gibt es einen Verweis zur Seite des Steuerberaters, und der Blog hätte auf Wunsch wichtige Details im Text aufnehmen können. Das war dem Kunden allerdings zu detailliert. Kinder und Mobbing ist ein heikles Thema. Da wollte und sollte keines vor die Kamera. Der Text stellt sich aber dieser Problematik und lässt über Zitate Betroffene zu Wort kommen. Das gilt auch für eine Familie, die zwar mit einem Foto einverstanden war, ihre prekäre Lage und den Kampf gegen Bürokratie aber nicht im Film äußern wollten. Im Gespräch und nachdem sie den Text gegengelesen haben, waren sie aber mit einer Veröffentlichung mehr als einverstanden.

Hast Du schon mal gesehen, wie ein Mensch mit Behinderung mit einer mit Schaumstoff umwickelten Gabel isst? Nein? Das sieht merkwürdig aus, hilflos und verleiht der Situation eine ungewollte Komik, die hier fehl am Platze ist. Fotos hingegen transportieren die Botschaft, klar und schnörkellos und einfach nur hilfreich!
Beispiele, die dem Thema an sich mehr Tiefe verleihen und weitere Informationen und Emotionen transportieren.

Fazit: Der Threetop Info-Blog kombiniert verschiedene Medienformen, gleicht so deren Schwächen aus und produziert ein Gesamtbild, das mehr ist als die einzelnen Bausteine. Weiterer Benefit: Die Bausteine eignen sich hervorragend, um in den sozialen Medien Aufmerksamkeit zu erregen!